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Bummi-Olympiade bringt Luftschiffhafen zum Brummen

Flitzen, hüpfen, ducken, sich über den Rasen rollen, ganz flach machen und dann wieder versuchen, im Stehen mit durchgedrückten Knien die Zehen zu erreichen - so leicht, lustig und schwer war für knapp 350 Kinder die Teilnahme an der fünften Potsdamer Bummi-Olympiade. Im Zeichen des (Bummi-)Bären hatten sie reichlich Gelegenheit, auch nicht alltägliche Sportarten auszuprobieren.

16 Stadtionen hatten die Organisatoren bei strahlendem Sonnenschein im Luftschiffhafen aufgebaut. Eingeladen waren alle Kitas aus dem Potsdamer Stadtgebiet, 15 davon kamen mit Kindergruppen, um mitzumachen. Die Teilnehmer waren zwischen vier und sechs Jahre alt. "Eigentlich hätten wir lieber mit den Fünf- bis Sechsjährigen gearbeitet", sagt Uwe Tefs, der engagierte Planer, der als Schnittstelle von Stadtsportbund und Jugendamt genau für diese Aufgabe zuständig ist. "Aber nur diese Gruppe herzubringen, das lässt der Betreuungsschlüssel in den Kitas oft nicht zu." Denn wenn zwei Erzieher abgestellt werden müssen, um eine relativ kleine Kindergartengruppe ins Stadion zu begleiten, dann müssen die Kollegen in der Kita den Rest von deren Gruppe mit betreuen. Das mag auch der Hauptgrund dafür sein, dass die Zahl der Teilnehmer an der Bummi-Olympiade bei weitem nicht so stark gestiegen ist wie es die Zunahme an Kindergarten-Plätzen im Stadtgebiet vermuten ließe. Dieses Problem treibt auch den Leiter des Jugendamtes, Norbert Schweers, um. "Dass wir sehr gute Kitas im Stadtgebiet vorhalten und die Betreuungsquote hier bei 95 Prozent liegt bei den Drei- bis Sechsjährigen, das ist durchaus ein Standortvorteil. Für viele Zuzügler ist das ein gutes Argument, um hierher zu kommen. Das Angebot ist hier ja auch drum herum sehr gut. Nur schlägt sich das leider kaum in den Aufwendungen für die Einrichtungen nieder." Am Sportunterricht in den Kitas wird gekürzt, die Sporträume werden mit Gruppen belegt - der Bewegungsmangel bei Kindern ist weit verbreitet, bedauert Schweers. Dabei halte der Boom im Bereich Kindergarten durchaus an: Rund 800 zusätzliche Plätze werden im kommenden Jahr gebraucht - das bedeutet 60 bis 80 zusätzliche Erzieher-Stellen, allein in diesem Bereich.

Die 30 angehenden Erzieher von der Fachschule für Sozialwesen auf Hermannswerder mag´s freuen, dass ihre Berufsaussichten dermaßen rosig sind, mittlerweile jedoch sind sie sehr damit beschäftigt, ihre Schützlinge an den Sport heranzuführen. Gemeinsam mit 20 Ehrenamtlichen vom Stadtsportbund und 20 weiteren von den jeweiligen Sportvereinen notieren die Schüler der E9a Ergebnisse, beachten die richtige Reihenfolge und Ausführung der Übungen. Die Choreographie zum Aufwärmen und die Entspannung-Übungen zwischendurch durften sie sich selbst ausdenken - ein lustiger Bereich, in dem mit Handtüchern Wasserbomben geworfen werden, die Kinder mit einander Menschen-Memory spielen und mal wild toben können.

Jede Kindergartengruppe darf eine Viertelstunde lang an einer der Stationen verweilen. Da kann man erste Judo-Griffe üben, Fußball oder Hockey spielen, Gardetanz ausprobieren, Cheer-Leader-Übungen machen, auf einem Trampolin springen oder mit den kleinen Wagen der Verkehrswacht durch die Gegend sausen. Beim Staffel-Lauf gibt´s sogar Punkte für den Fritzi-Wettbewerb, dessen Sieger erst gegen Ende der Sport-Saison feststeht. Doch auch direkt im Anschluss erhalten die Sieger Preise - und zwar Gutscheine für Sportgeräte, wie Bälle für den Sportunterricht und Ähnliches.

Und natürlich Teilnahme-Medaillen. Als Erinnerung daran: Dabeisein ist alles.

Stefanie Schuster




Für jede Station hat eine Kinder-Gruppe 15 Minuten Zeit - bis dahin muss jeder einmal dran gewesen sei. Auch beim Sport ist Logistik (fast) alles. Sina führt hier die Liste.

Den Kindern waren die angehenden Erzieher der E9a gleich sympathisch. Ronny hatte mit seinen Gruppen meist leichtes Spiel.



Zu den wichtigsten Stationen gehört Jan - mit der großen Wasserflasche.

Das Hindernisrennen ist nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Helfer aufregend: Starten, Stoppen, Reihenfolge einhalten, Punkte notieren … Klassenlehrerin Manuela Sonntag (links, im grünen T-Shirt) hat, wie ihre Schüler, alle Hände voll zu tun.



Die freiwilligen Mitarbeiter aus den Sportvereinen helfen tatkräftig dabei, auf Trab zu kommen.

Wasserbomben gehen immer: Auch das gehörte zu den Spielen, die sich die Erzieherklasse selbst ausgedacht hatte, um die Kinder zu amüsieren.


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Für die Aufwärmübungen mit Musik war die angehende Erzieher-Klasse E9a der Fachschule für Sozialwesen auf Hermannswerder zuständig ...


... mit echten Vorturnerinnen auf dem Balkon.


... mit echten Vorturnerinnen auf dem Balkon.


Mehr als 170 Kinder zwischen vier und sechs Jahren nahmen am 2. September 2009 an der Bummi-Olympiade im Luftschiffhafen teil. Betreut wurden die Kinder, die aus 16 Kitas der Stadt zusammenkamen, nicht nur von den "hauseigenen" Erzieherinnen, sondern auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern der Vereine und den angehenden Erziehern der Fachschule für Sozialwesen auf Hermannswerder.


Die Bummi-Olympiade mit ihrem fröhlichen Maskottchen ist ein Lieblingskind von Jugendamtsleiter Norbert Schweers (links) und dem Leiter des Stadtsportbundes, Uwe Tefs. Die Kinder sollen so früh wie möglich an Sport herangeführt werden, so ihre einhellige Ansicht.


Medaillen locken: Marleen Gericke, eine von den 50 ehrenamtlichen Helferinnen, lässt sie schon einmal in der Sonne blitzen.